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Christkindle ralassa

Christkindle ralassa
Christkindle ralassa

Seit bald 200 Jahren versammeln sich am Heiligen Abend viele Biberacher, oft Familien mit Kindern und Biberacher die zu Weihnachtenin ihre Heimatstadt gekommen sind, gegen 17:00 Uhr auf dem städtischen Marktplatz mit seinen großen Patrizierhäusern.

Der festlich erleuchtete Christbaum und die Schaufensterbeleuchtung der umliegenden Geschäfte geben gerade genug Licht, dass die Vertreter des Hospitalrats, einer Stiftung, ihre Lebkuchen an die Kinder verteilen können. Doch alle Anwesenden warten darauf, dass gegen 17:30 Uhr alle Lichter nach und nach erlöschen. Es ist fast ganz dunkel, Musikanten intonieren das „Biberacher Pastorale“ und Weihnachtslieder.

Dann erscheint zu den Klängen von „Stille Nacht“ und „Herbei, o ihr Gläubigen“ im Giebel der prächtigen Gutermann’schen Häuser direkt unter der großen Stadtpfarrkirche das Christkindle. Die Figur schwebt in einem künstlerisch mit Sternen gestalteten und beleuchteten Metall-Medaillon eingebettet bis in das erste Obergeschoss hinunter. Es stoppt kurz und entschwindet zu den Klängen von „Wie können wir Vater der Menschen dir danken“ wieder in den Himmel.

Die langsame Bewegung wird andächtig von allen Augen verfolgt. Das Glockengeläut der Kirchturmglocken und das Wiederanzünden der Giebelbeleuchtung entlässt die Menschen, die noch mit Freunden reden oder gleich auf das Weihnachtsfest eingestimmt nach Hause zurück kehren.

Entstanden ist der Brauch nach alten Urkunden bereits im Jahr 1820. Damals ließ ein Apotheker für arme Kinder erstmals eine beleuchtete Christkindles-Figur an seinem Haus herab, ein Konditor in der Stadt führte 1868 seine Idee weiter und verteilte Lebkuchen dazu. Im Jahr 1904 übernahm die Stiftung „Hospital zum Heiligen Geist“ den Brauch.

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